Achten wir auf uns

Psychische Gesundheit in Zeiten des Coronavirus

Factsheet CORONAVIRUS – auch DARÜBER REDEN WIR

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CORONAVIRUS – auch DARÜBER REDEN WIR

Wie können wir in Zeiten des Coronavirus gesund bleiben? Und zwar nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.

Das geht nur…gemeinsam,

mit Ruhe und Gelassenheit,

und auch mit ein bisschen Humor 🙂

Zieht alle an einem Strang, vor allem zu Hause und auch in der Öffentlichkeit.

An alle weniger gefährdeten, v.a. jüngeren Menschen: Helft bitte den stärker gefährdeten, v.a. älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.

Euch allen vielen Dank für diese wichtige Unterstützung im „Kampf“ gegen den Coronavirus.

Für Euch und alle anderen — Achtet auf:

  1. Fakten statt Fake: Regelmäßig, aber nicht andauernd, offizielle Informationen einholen!
  2. Egal wo, egal wann: Respektvoll verhalten – sich selbst und anderen gegenüber!
  3. Ordnung machen: Die für Euch wirklich wichtigen Dinge ordnen, planen, und tun!
  4. Den Tag strukturieren: Routinen einhalten!
  5. Auszeiten nehmen: Pausen miteinander, aber auch voneinander, machen, v.a. wer auf engerem Raum miteinander lebt!
  6. Soziale Beziehungen pflegen: Das geht auch übers Telefon und soziale Medien!
  7. Für Kinder da sein: Ihre Sorgen besonders ernst nehmen und mit ihnen reden!
  8. Körperliche Gesundheit: Gesund ernähren, bewegen, schlafen & Hygieneregeln einhalten!
  9. Bewegung im Freien: z.B. Laufen und spazieren gehen sind möglich alleine, mit Menschen aus dem eigenen Wohnungsverband, oder mit einer Person, wenn ein Abstand von mindestens 1-2 Meter zu dieser sichergestellt werden kann!
  10. Weiterleben: Die für Euch schönen Dinge finden und genießen!

Und wenn’s trotzdem nicht geht: Hilfe suchen! Je früher, desto besser! Denn auch in Zeiten des Coronavirus ist es okay, auch mal nicht okay zu sein…

Tagesstruktur schaffen – 6 Tipps

Isolation und abrupte Veränderungen in der Tagesstruktur sind für viele eine große Belastung. Daher ist es derzeit wichtig, eine neue Routine für den Tag zu finden.

  1. Versuche, um die selbe Zeit aufzustehen und deine Morgenroutine mit Zähneputzen usw. beizubehalten.
  2. Informiere dich über das Tagesgeschehen gezielt auf offiziellen Kanälen & meide übermäßigen Konsum von Medien.
  3. Mach dir Telefon- oder Chat-Dates aus.
  4. Rede darüber, wie es dir mit der Situation geht — das hilft.
  5. Mittagessen um 1, Tee um halb 3, Skypen um 5 – kleine Rituale helfen bei der Strukturierung deines Tages.
  6. Nimm dir vor, wann du ins Bett gehen wirst und versuche, vor dem Schlafen zur Ruhe zu kommen.

Dr. Georg Psota, Chefarzt der Psychosozialen Dienste in Wien, rät ebenfalls dazu, sich über den Tag Beschäftigungsmöglichkeiten zu suchen und einzuplanen.

„Vielen Menschen hilft es, wenn sie Ordnung machen. Das beschäftigt, lenkt ab und gibt ein gutes Gefühl. Ebenso hilft vielen Menschen, wenn Sie sich den jeweiligen Tag oder die nächsten Tage gut strukturieren: ‚Sich die Zeit über den Tag verteilt einteilen, dann mache ich dieses und dann mache ich jenes’.“

Den ganzen Artikel des Kurier nachlesen: shorturl.at/bdPZ9

Die wichtigsten Telefonnummern auf einen Blick:

Bei psychischer Belastung auf Grund des Coronavirus oder der Isolation können folgende Nummern angerufen werden:

  • Telefonseelsorge: 142 (rund um die Uhr)
  • Rat auf Draht (für Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen): 147 (rund um die Uhr)
  • Ö3 Kummernummer: 116 123 (täglich 16 – 24 Uhr)
  • Helpline des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen (BÖP): 01 504 8000 (Montag bis Frreitag : 09 – 16 Uhr)

Bei allgemeinen Fragen zu Übertragung, Symptomen, Vorbeugung:

Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) – Infoline Coronavirus: 0800 555 621

Bei Verdacht auf Infizierung mit dem Coronavirus oder auftretende Symptome:

Österreichisches Gesundheitstelefon: 1450

Für Personen, die auf Hilfe angewiesen sind, aber keine Unterstützung durch Angehörige oder NachbarInnen bekommen können:

  • Servicenummer der Stadt Wien: 01 4000 4001
  • Team Österreich: 0800 600 600

In psychischen Krisen- und Notfällen:

Die Notrufnummer der Psychosozialen Dienste in Wien: 01 31330

Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie über Telefon und Internet

Außerdem ist auch die fortlaufende psychiatrische, psychologische und psychotherapeutische Behandlung wichtig. Wenn ihr derzeit diese in Anspruch nehmen wollt, fragt bei euren PsychiaterInnen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen nach, ob sie oder er die Behandlung auch telefonisch oder online durchführen würde. Denn telemedizinische Krankenbehandlung (Skype, Videokonferenz, Telefon) kann in der Zeit der „Coronavirus-Krise“ wie eine in der Ordination erbrachte Leistung von ÄrztInnen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen mit der ÖGK abgerechnet werden.

Öffnungszeiten und Erreichbarkeit der Einrichtungen des PSD-Wien.

Ambulatorien (SPAs): alle 8 regionalisierten Ambulatorien sind geöffnet (8-16 Uhr).

An bzw. vor den SPAs machen wir seit letzter Woche eine Schleuse; PatientInnen sollen unbedingt vorab bei uns anrufen und wir bereiten sie auch am Telefon vor. Die Schleusenfunktion wird durch MitarbeiterInnen des PSD-Wien durchgeführt.

Wir haben die physisch persönlichen Kontakte in den SPAs stark minimiert und dennoch vergangene Woche deutlich mehr als 400 PatientInnen zum Depot gehabt; bei etlichen waren wir auch per Hausbesuch zum Depot unterwegs.

Insgesamt ist sehr viel an Behandlung über Telefon, kurzen Sichtkontakt durch eine Glastür und Medikamente oder Rezepte in einem Sackerl an der Tür möglich. (In diesem Zusammenhang ersuchen wir alle KollegInnen ihre Depot-Patientinnen weiter zu behandeln, da wir sonst an Kapazitätsgrenzen stoßen.)

Therapeutische Tageszentren:

Bis auf weiteres sind die Therapeutischen Tageszentren geschlossen, aber die MitarbeiterInnen sind mit den PatientInnen der Tageszentren in intensivem Kontakt via Telefon/Internet.

Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulatorien:

Die kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulatorien sind weiterhin im Betrieb (ähnlich den SPAs).

Gerontopsychiatrisches Zentrum:

Im Gerontopsychiatrischen Zentrum wurde auf Telefondienst umgestellt,  da der physisch persönliche Kontakte für diese PatientInnen-Gruppe von Seiten des PSD-Wien für zu gefährlich eingestuft wurde.

Institut für Psychotherapie mit Borderline-Tageszentrum:

Am Institut für Psychotherapie mit Borderline-Tageszentrum erfolgte eine Umstellung auf intensive Therapien via Telefon und Internet für über 300 PatientInnen (vorwiegend aus F6-Gruppe).

Institut für Frührehabilitation

Auch am Insitut für Frührehabilitation erfolgte eine Umstellung auf intensive telefonische Kontakte.

Sozialpsychiatrischer Notdienst & Psychosoziale Information:

Den sozialpsychiatrischer Notdienst sowie die Psychosoziale Information betreiben wir bis auf weiteres aus unseren eigenen Ressourcen – wir sind dankbar über die Angebote etlicher KollegInnen aus dem niedergelassenen Bereich/anderen Bereichen, bei Engpässen zu unterstützen!